Gottesdienst und Podiumsgespräch zum 45. Jahrestag des Sinti-Hungerstreiks in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Die Sinti und Roma erlebten in Deutschland nach 1945 weiter rassistische Ausgrenzung und die Weigerung, ihre NS-Verfolgung als Völkermord anzuerkennen. Ab dem 4. April 1980 machten elf deutsche Sinti, unter ihnen KZ-Überlebende, und die Münchner Sozialarbeiterin Uta Horstmann, die nicht zur Minderheit gehört, mit einem weltweit beachteten Hungerstreik in der KZ-Gedenkstätte Dachau auf diese Situation aufmerksam. Aufnahme fanden sie beim Streik in der Versöhnungskirche. Dieser gehört zu den wichtigen Ereignissen in der Anfangsphase der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma. Der 45. Jahrestag ist Anlass, dass Uta Horstmann nochmals an den Ort zurückkehrt und als Zeitzeugin spricht.
Der ursprünglich angekündigte Zeitzeuge Romani Rose, 1980 Sprecher der Streikenden, musste wegen einer dringlichen Verpflichtung in seiner Funktion als Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma leider absagen. Für den Zentralrat wird nun die Stellvertretende Vorsitzende Dotschy Reinhardt sprechen. Zum Jahrestag predigt Christian Kopp, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. An der Gestaltung beteiligt sich neben Kirchenrat Dr. Björn Mensing von der Versöhnungskirche das bundesweite „Netzwerk Sinti Roma Kirchen“.
An den Gottesdienst schließt sich eine Podiumsgesprächsrunde mit Uta Horstmann und weiteren 1980 involvierten Persönlichkeiten an: Barbara Distel, 1975 bis 2008 Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Christian Schubert, als Freiwilliger von "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" an der Versöhnungskirche wichtige Ansprechperson der Streikenden, Diakon Eberhard Schulz, besuchte als Mitarbeiter der Evangelischen Jugend München und Mitglied im Kuratorium der Versöhnungskirche mehrfach die Streikenden, und Hans Holzhaider, begleitete den Streik als Journalist in der Dachauer Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Der Sinto Erich Schneeberger, der über die Medien den Hungerstreik mitverfolgte, berichtet von der Bedeutung des Hungerstreiks für die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma.
Hier finden Sie weitere Infos vom "Netzwerk Sinti Roma Kirchen", auch zu Angeboten vor dem Gottesdienst am Nachmittag in der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Termin: Freitag, 4. April 2025, 17:00 Uhr
Ort: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
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